Die Umstellung von der Schule zur Ausbildung habe ich mir immer sehr groß und beängstigend vorgestellt. Aber nach etwas mehr als einem halben Jahr in der Firma kann ich nur im Positiven zurückblicken. Bei mir war es so, dass ich nach den langen Ferien von Ende Juni bis September sehr viel Zeit mit meinen Freunden verbracht habe und auch nebenbei gekellnert habe. Dadurch hatte ich nach der Prüfungsphase in der Realschule eine gute Abwechslung. Das Highlight der Ferien war dann kurz vor dem Beginn der Arbeit der gemeinsame Urlaub mit meinen Freunden: Noch einmal schön ausruhen und entspannen, denn nach dem Urlaub war Arbeiten angesagt.
Am ersten Tag sollte ich mit den anderen neuen Azubis um 8:00 Uhr in der Arbeit sein. Ich war beim Aufstehen schon sehr aufgeregt. Nach einem kurzen Frühstück wollte mich dann meine Mutter schon am liebsten um 7:30 Uhr mit dem Fahrrad losschicken, damit ich ja nicht zu spät komme (meine Wegzeit beträgt 7 Minuten 😂). Nach dem Fahrradfahren bin ich um ca. 5 vor 8 Uhr am Firmengebäude angekommen – Herzklopfen und Aufregung inklusive. Nach kurzem Innehalten ging es dann ins Gebäude und in ein neues Kapitel in meinem Leben.
Im Gebäude angekommen, wurde ich direkt von den Ausbildern erwartet. Nach einem kurzen Small Talk mit den anderen Azubis sind wir mit dem Ausbilder Herrn Geißlinger in einen Meetingraum gegangen, um uns erstmal zu gegenseitig beschnuppern. Am Anfang war alles noch so neu und ungewohnt, dass wir alle wie versteinert in diesem Raum saßen. Nach der Präsentation über die Firma und ein paar vertragliche Angelegenheiten ging es in unsere erste Pause, wo wir uns richtig kennenlernen konnten und merkten, dass wir uns alle gut verstehen. Über den Vormittag gab es dann eine Führung im Firmengebäude und wir lernten viele Mitarbeiter kennen, die uns herzlich empfingen. Alle waren sehr aufgeschlossen und deswegen fühlte ich mich direkt wohl und wie ein vollwertiger Mitarbeiter.
Nach der Mittagspause durften wir direkt an unseren Arbeitsplatz – für mich ging es ins Team „Einkauf“. Ich bekam vieles erklärt und durfte auch schon eigenständig ein paar Sachen bearbeiten. Dort merkte ich auch, dass bei Gutmann großer Wert auf Eigenverantwortung gelegt wird.
Rund sieben Stunden später konnte ich meinen ersten Arbeitstag abhaken. Natürlich war ich danach schon ein bisschen erschöpft, weil ich das bisher noch nicht kannte, dass man bis 16:00 Uhr arbeiten muss. Dieses Gefühl ging nach einigen Tagen aber auch wieder weg und ich gewöhnte mich schnell an die langen Arbeitstage. Weiterhin ist mir auch aufgefallen, dass die Arbeit für mich viel interessanter ist und die Zeit viel schneller vorbeigeht als in der Schule. Ich habe aber auch gemerkt, dass man sich die Freizeit besser einteilen muss, aber das bekommt man nach einigen Wochen auch gut hin.
Insgesamt ist die Arbeit sehr interessant, ich lerne immer Neues und die Tage sind viel abwechslungsreicher als im Klassenzimmer in der Schule. Das finde ich super!
Und man muss sagen, dass das Geld, welches man monatlich bekommt, natürlich auch kein Nachteil ist. 😉
Paul, Azubi zum Industriekaufmann im 1. Lehrjahr